Ratgeber
EXIF-Daten entfernen: So löschst du GPS und Co. aus Fotos
Jedes Handyfoto verrät mehr, als man sieht: Aufnahmezeit, Gerät und oft den genauen Ort. Hier erfährst du, welche Daten in deinen Bildern stecken, wann das zum Problem wird und wie du sie vor dem Teilen zuverlässig entfernst.
Aktualisiert am 11. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit
Was sind EXIF-Daten?
EXIF („Exchangeable Image File Format“) ist ein Standard für Zusatzinformationen, die Kameras und Smartphones direkt in die Bilddatei schreiben. Im Bild selbst sind sie unsichtbar, lassen sich aber mit jedem Bildbetrachter auslesen. Daneben gibt es weitere Metadaten-Formate wie XMP und IPTC, etwa für Bildrechte oder Bearbeitungsschritte.
| Angabe | Beispiel |
|---|---|
| Aufnahmezeit | Datum und Uhrzeit, sekundengenau |
| GPS-Koordinaten | Breiten- und Längengrad, teils Höhe und Blickrichtung |
| Gerät | Hersteller, Modell, Objektiv |
| Aufnahmeeinstellungen | Belichtungszeit, Blende, ISO, Blitz |
| Ausrichtung | Hinweis, wie das Bild gedreht angezeigt werden soll |
| Software und Kamera | Bearbeitungsprogramm, bei manchen Kameras die Seriennummer |
| Vorschaubild | kleine Kopie des Fotos |
Das Vorschaubild verdient Aufmerksamkeit: Wird ein Foto zugeschnitten, ohne dass das Programm die Vorschau erneuert, kann darin noch der ursprüngliche, ungeschnittene Bildinhalt stecken.
Warum GPS-Daten ein Risiko sein können
Ist bei der Kamera die Ortung aktiv, steht in jedem Foto der Aufnahmeort – oft auf wenige Meter genau. Fotografierst du zu Hause, liegt damit deine Adresse im Bild.
- Kleinanzeigen und Verkaufsportale: Fotos von Wertgegenständen verraten, wo sie stehen.
- Kinderfotos: Schule, Kita oder Spielplatz lassen sich ableiten.
- Homeoffice und Firmenräume: Standort, Geräte und Uhrzeiten werden sichtbar.
- Viele Fotos zusammen: Aufnahmezeiten und Orte ergeben ein Bewegungsprofil.
- Bewerbungen und Formulare: Wo und wann dein Bewerbungsfoto entstanden ist, geht niemanden etwas an.
Manche großen Plattformen und Messenger entfernen Metadaten beim Hochladen. Verlassen solltest du dich darauf nicht: Beim Versand als Datei oder Dokument, per E-Mail, über Cloud-Links oder auf der eigenen Website bleiben die Daten in der Regel vollständig erhalten.
Besonders heikel ist die eigene Website oder ein Blog: Bilder werden dort meist so ausgeliefert, wie du sie hochlädst, und jeder Besucher kann sie herunterladen und auslesen. Je nach System bleiben die Metadaten zumindest im hochgeladenen Original erhalten.
Nicht nur EXIF: weitere versteckte Angaben
- XMP: Bearbeitungsprogramme speichern hier z. B. Bewertungen, Stichwörter und teils den Bearbeitungsverlauf.
- IPTC: Angaben für Presse und Agenturen, etwa Urheber, Bildbeschreibung und Copyright.
- Content Credentials (C2PA): Ein neuerer Standard für Herkunftsnachweise, der z. B. festhalten kann, ob ein Bild mit KI erzeugt oder bearbeitet wurde.
- Dateiname: Namen mit Datum, Ort oder Personennamen verraten mitunter mehr als die EXIF-Daten. Benenne Dateien vor dem Teilen bei Bedarf um.
Einfache Werkzeuge entfernen oft nur einen Teil davon, etwa nur die GPS-Angaben. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt eine Methode, die sämtliche Metadaten verwirft – und prüft das Ergebnis anschließend.
EXIF-Daten prüfen
- Windows: Rechtsklick auf das Bild → „Eigenschaften“ → Reiter „Details“. Unter „GPS“ stehen Breiten- und Längengrad.
- Mac: Bild in der Vorschau öffnen → „Werkzeuge“ → „Informationen einblenden“. Ein Reiter „GPS“ erscheint nur, wenn Ortsdaten vorhanden sind.
- iPhone: Foto in der Fotos-App öffnen und nach oben wischen oder auf das „i“ tippen. Ist ein Ort gespeichert, siehst du eine Karte.
- Android: In Google Fotos das Bild öffnen und nach oben wischen – dort stehen Details und gegebenenfalls der Ort.
Nutze dieselben Wege auch zur Kontrolle: Öffne ein bereinigtes Bild noch einmal auf diese Weise. Erst wenn keine GPS-Angaben mehr auftauchen, ist die Datei sauber.
Metadaten entfernen – Schritt für Schritt
Windows
- Rechtsklick auf ein oder mehrere Bilder → „Eigenschaften“ → Reiter „Details“.
- Unten auf „Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen“ klicken.
- „Kopie erstellen, in der alle möglichen Eigenschaften entfernt sind“ wählen und mit „OK“ bestätigen.
Windows legt dann bereinigte Kopien an. Ganz zuverlässig ist das nicht immer: Je nach Dateiformat bleiben einzelne Felder stehen. Prüfe die Kopie danach noch einmal im Reiter „Details“.
Mac
In der Vorschau entfernst du den Ort über „Werkzeuge“ → „Informationen einblenden“ → Reiter „GPS“ → „Ortsinformationen entfernen“. Die übrigen EXIF-Daten wie Kamera und Aufnahmezeit bleiben dabei erhalten. Für viele Bilder auf einmal ist dieser Weg umständlich – dann ist ein Werkzeug für mehrere Dateien praktischer.
iPhone
- Wähle in der Fotos-App das Foto aus und tippe auf das Teilen-Symbol.
- Tippe oben auf „Optionen“.
- Schalte „Ort“ aus. Je nach iOS-Version kannst du zusätzlich „Alle Fotodaten“ deaktivieren.
- Teile das Foto wie gewohnt.
Die Einstellung gilt nur für das jeweilige Teilen. Das Foto in deiner Mediathek behält seine Daten.
Android
Unter Android hängen die Möglichkeiten vom Hersteller ab. In Google Fotos gibt es in den Einstellungen zum Teilen eine Option, Standortdaten aus per Link geteilten Elementen zu entfernen. Dauerhaft schaltest du die Standortspeicherung in den Einstellungen der Kamera-App ab.
Mit TinyThis: Metadaten werden automatisch entfernt
TinyThis entfernt bei jedem Bild alle Metadaten – EXIF, GPS-Standort und Kameradaten. Du musst dafür nichts einstellen, und es klappt für viele Bilder auf einmal, egal ob sie von Windows, Mac, iPhone oder Android stammen.
- Öffne JPG komprimieren oder die passende Seite für dein Format, etwa PNG komprimieren.
- Lade bis zu 50 Fotos hoch.
- Wähle eine Qualitätsstufe. Mit „Verlustfrei“ bleiben die Pixel unverändert, ein JPG wird nur verlustfrei neu gepackt – ideal, wenn es dir nur um die Metadaten geht.
- Lade die bereinigten Bilder einzeln oder als ZIP herunter.
Zwei Details sind dabei wichtig: Die Drehung aus den EXIF-Daten wird vorher angewendet, damit Hochformat-Fotos nicht plötzlich quer liegen. Und Farbprofile wie Display P3 vom iPhone werden nach sRGB umgerechnet, damit die Farben auch ohne Profil stimmen.
Wann du Metadaten besser behältst
Metadaten sind nicht nur ein Risiko. Für dein eigenes Archiv sind Aufnahmezeit und Ort praktisch: Fotoverwaltungen sortieren danach, und Fotografen hinterlegen dort Urheber- und Lizenzangaben.
Die einfache Regel: Originale behalten, Kopien bereinigen. Entferne Metadaten immer dann, wenn ein Bild deine Geräte verlässt – für Kleinanzeigen, Website, Foren, Bewerbungen oder Cloud-Links. Passende Einstellungen für Verkaufsportale und Messenger findest du unter Bilder für WhatsApp und Kleinanzeigen, für iPhone-Fotos im Ratgeber HEIC-Dateien öffnen und umwandeln.