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Ratgeber

JPG, PNG, WebP oder AVIF – welches Bildformat wofür?

Jedes Bildformat hat seine Stärken. Wer das passende wählt, spart oft mehr als mit jeder Kompressionseinstellung. Hier findest du die wichtigsten Formate im Vergleich und klare Empfehlungen für Fotos, Grafiken, Screenshots und Websites.

Aktualisiert am 11. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

Die Formate auf einen Blick

Stand Oktober 2026. „Alle aktuellen“ meint die aktuellen Versionen von Chrome, Edge, Firefox und Safari.
FormatKompressionTransparenzAnimationBrowser 2026Ideal für
JPGverlustbehaftetneinneinalleFotos, Weitergabe
PNGverlustfreijaAPNG (selten genutzt)alleLogos, Grafiken, Screenshots
WebPverlustbehaftet oder verlustfreijajaalle aktuellenWebsites, Shops
AVIFverlustbehaftet oder verlustfreijajaalle aktuellenWebsites mit vielen Fotos
GIFverlustfrei, max. 256 Farbennur eine Farbejaalleeinfache Animationen
HEICverlustbehaftetmöglichBildfolgenfast nur SafariFotos auf dem iPhone

Die Kurzfassung: Fotos als JPG oder WebP, Grafiken mit Transparenz als PNG oder WebP, Bilder auf Websites bevorzugt als WebP oder AVIF. GIF und HEIC sind Sonderfälle.

Wichtig zu wissen: Das Format allein entscheidet nicht über die Dateigröße. Ein schlecht gespeichertes WebP kann größer sein als ein gut optimiertes JPG. Format und Kompressionseinstellung gehören immer zusammen.

JPG: der Allrounder für Fotos

JPG (auch JPEG) gibt es seit Anfang der 1990er-Jahre, und praktisch jedes Gerät und Programm kann es öffnen. Das Format teilt das Bild in kleine Blöcke und speichert feine Details, die das Auge kaum wahrnimmt, ungenauer. So schrumpfen Fotos enorm.

Schwächen zeigt JPG bei harten Kanten, Text und einfarbigen Flächen: Dort entstehen Blockmuster und Säume. Transparenz kennt JPG nicht, Animationen auch nicht. Jedes erneute Speichern kostet zudem etwas Qualität.

Eine Variante ist das progressive JPG: Es baut sich beim Laden erst grob und dann immer schärfer auf und ist oft etwas kleiner als die klassische Variante. TinyThis speichert JPGs deshalb progressiv und mit optimierten Huffman-Tabellen.

Bei Fotos ist JPG die sichere Wahl, wenn die Datei überall funktionieren muss – E-Mail, Behördenportal, Bewerbung, Druckdienst. Mit JPG komprimieren holst du ohne sichtbaren Qualitätsverlust meist noch viel heraus: In unserem Test schrumpfte ein 12-Megapixel-Foto von 4,9 MB auf 2,17 MB. Für Fotos, die gedruckt werden, setzt du die Qualität eher hoch an.

PNG: verlustfrei und mit Transparenz

PNG speichert jedes Pixel exakt – ideal für Logos, Icons, Diagramme und Screenshots mit scharfen Kanten und Schrift. Der Alphakanal erlaubt weiche, halbtransparente Ränder, etwa für ein Logo auf farbigem Hintergrund.

Für Fotos ist PNG dagegen ungeeignet: Die Dateien werden schnell mehrfach so groß wie ein vergleichbares JPG. Bekommst du ein Foto als PNG, wandelst du es besser um, zum Beispiel mit PNG in JPG. Umgekehrt ist JPG in PNG nur sinnvoll, wenn du ein Bild ohne weitere Verluste bearbeiten willst.

WebP: der Standard fürs Web

WebP wurde von Google entwickelt und kann beides: verlustbehaftet für Fotos und verlustfrei für Grafiken, jeweils mit Transparenz und auf Wunsch animiert. Alle aktuellen Browser zeigen WebP an, auch Safari auf iPhone und Mac.

In unseren Tests war WebP durchweg kleiner als das Ausgangsformat:

Eigene Messungen von TinyThis vom 11.10.2026.
TestbildErgebnis als WebP
12-MP-Foto, JPG mit 4,9 MB1,57 MB (−68 %)
Logo-PNG mit Transparenz−50 %
Screenshot als PNG−79 %

Schwachpunkt: Außerhalb des Browsers ist WebP noch nicht überall zu Hause. Manche Bildbearbeitungen, Druckdienste oder Upload-Formulare lehnen es ab. Dann hilft WebP in JPG oder, wenn Transparenz wichtig ist, WebP in PNG.

AVIF: noch kleiner, aber aufwendiger

AVIF basiert auf dem Videocodec AV1 und erreicht bei Fotos häufig noch kleinere Dateien als WebP, besonders bei stärkerer Kompression. Es unterstützt Transparenz, Animation und hohe Farbtiefe für HDR. Alle aktuellen großen Browser können AVIF anzeigen.

Die Nachteile: Das Erzeugen dauert deutlich länger als bei JPG oder WebP, feine Strukturen werden bei starker Kompression gern geglättet, und außerhalb des Browsers ist die Unterstützung noch lückenhafter als bei WebP.

TinyThis liest AVIF-Dateien, gibt aber JPG, PNG oder WebP aus. Bekommst du ein AVIF, das sich nicht öffnen lässt, hilft AVIF in JPG. Kann dein Content-Management-System AVIF selbst erzeugen, spricht nichts dagegen, es zusätzlich anzubieten.

GIF und HEIC: die Sonderfälle

GIF kennt nur 256 Farben und eine einzige transparente Farbe. Für Fotos ist das zu wenig, und für Animationen ist das Format ineffizient: Ein animiertes WebP oder ein kurzes Video ist meist deutlich kleiner. GIF lohnt sich heute fast nur noch, wenn ein Programm nichts anderes annimmt. Hinweis: Lädst du ein animiertes GIF in TinyThis, wird nur das erste Bild der Animation verarbeitet.

HEIC ist das Fotoformat des iPhones: klein und gut, aber außerhalb der Apple-Welt schlecht unterstützt. Wie du damit umgehst, steht in HEIC-Dateien öffnen und umwandeln.

Mehrere Formate anbieten mit picture

Willst du die Vorteile von AVIF und WebP nutzen, ohne ältere Geräte auszusperren, bietet HTML das Element picture. Der Browser nimmt die erste Quelle, die er versteht, und fällt sonst auf das normale img zurück:

<picture><source srcset="bild.avif" type="image/avif"><source srcset="bild.webp" type="image/webp"><img src="bild.jpg" alt="Beschreibung" width="1200" height="800"></picture>

Da alle aktuellen Browser WebP verstehen, reicht für viele Websites schon ein einfaches WebP im img-Element. Das picture-Element lohnt sich vor allem, wenn du zusätzlich AVIF ausliefern oder sehr alte Geräte bedienen willst. Viele Content-Management-Systeme und Plugins erledigen das automatisch.

Empfehlungen: welches Format wofür?

EinsatzFormatWarum
Foto per E-Mail, Upload, DruckJPGöffnet überall
Foto auf der WebsiteWebP oder AVIFdeutlich kleiner bei gleicher Optik
Logo oder Icon mit TransparenzSVG, falls vorhanden; sonst PNG oder WebPscharfe Kanten, Transparenz
Screenshot mit TextPNG oder WebPSchrift bleibt scharf
AnimationWebP oder Videoviel kleiner als GIF
Archiv und BearbeitungOriginal behaltenkeine weiteren Verluste

Für Website-Bilder ist der schnellste Weg JPG in WebP bzw. PNG in WebP. Wie groß die Bilder in Pixeln sein sollten, erklärt der Ratgeber Bildgröße für Websites.

FAQ

Häufige Fragen

Ist WebP besser als JPG?

Für Websites meist ja: kleinere Dateien bei gleicher Optik, dazu Transparenz und Animation. Für den Austausch mit Programmen, Druckdiensten und Behörden ist JPG kompatibler.

Sollte ich alle Bilder in AVIF umwandeln?

Nicht zwingend. AVIF spart bei Fotos oft noch etwas gegenüber WebP, kostet aber mehr Rechenzeit und wird außerhalb des Browsers seltener unterstützt. Viele Websites fahren mit WebP sehr gut.

Welches Format hat die beste Qualität?

Verlustfrei gespeichert (PNG, verlustfreies WebP) bleibt jedes Pixel erhalten. Bei verlustbehafteten Formaten hängt die Qualität vor allem von der Einstellung ab, nicht nur vom Format.

Wird ein JPG besser, wenn ich es in PNG umwandle?

Nein. Was beim JPG-Speichern verloren ging, bleibt verloren. PNG verhindert nur weitere Verluste beim Bearbeiten – und die Datei wird deutlich größer.

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