Ratgeber
Bilder für WordPress optimieren
WordPress erledigt bei Bildern schon vieles automatisch – aber nicht alles. Hier erfährst du, welche Bildgrößen WordPress erzeugt, was es mit der 2560-Pixel-Grenze auf sich hat, wie du WebP nutzt und wie dir ein Plugin die Komprimierung abnimmt.
Aktualisiert am 11. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit
Was WordPress beim Hochladen mit Bildern macht
Lädst du ein Bild in die Mediathek, speichert WordPress nicht nur das Original. Es erzeugt mehrere verkleinerte Kopien, die sogenannten Zwischengrößen. Im Beitrag baut WordPress daraus automatisch ein srcset, damit Browser je nach Bildschirm die passende Variante laden.
| Größe | Standardmaße | Hinweis |
|---|---|---|
| Vorschaubild (thumbnail) | 150 × 150 px | zugeschnitten |
| Mittel (medium) | max. 300 × 300 px | proportional verkleinert |
| medium_large | 768 px Breite | nicht in den Einstellungen sichtbar |
| Groß (large) | max. 1024 × 1024 px | proportional verkleinert |
| 1536x1536 und 2048x2048 | max. 1536 bzw. 2048 px | seit WordPress 5.3, für hochauflösende Displays |
Aus einem Upload werden also schnell fünf bis zehn Dateien. Jede davon sollte gut komprimiert sein – sonst nützt das beste srcset wenig.
Die JPG-Qualität der Zwischengrößen legt WordPress selbst fest, standardmäßig auf 82. Entwickler können den Wert über den Filter wp_editor_set_quality ändern. Eine echte Optimierung mit progressivem JPG, optimierten Tabellen oder WebP-Umwandlung findet dabei nicht statt.
Die 2560-Pixel-Grenze („big image threshold“)
Seit WordPress 5.3 gilt eine Obergrenze für große Bilder: Ist ein hochgeladenes Foto an der längsten Kante größer als 2560 Pixel, erzeugt WordPress eine verkleinerte Version mit dem Zusatz „-scaled“ im Dateinamen und verwendet diese als Hauptbild. Das Original bleibt zusätzlich auf dem Server liegen.
Entwickler können die Grenze über den Filter big_image_size_threshold ändern oder abschalten. Für die meisten Websites ist 2560 Pixel ein guter Wert – mehr braucht kaum ein Layout.
WebP, AVIF und Lazy Loading in WordPress
Seit Version 5.8 kann WordPress WebP-Bilder hochladen und daraus Zwischengrößen erzeugen, seit 6.5 auch AVIF – vorausgesetzt, die Bildbibliothek des Servers (Imagick oder GD) unterstützt das Format. Das prüfst du unter „Werkzeuge“ → „Website-Zustand“ → „Bericht“ im Abschnitt zur Medienverarbeitung.
Aus JPG-Uploads macht WordPress von sich aus keine WebP-Dateien. Dafür brauchst du ein Plugin, oder du wandelst die Bilder vorher um, etwa mit JPG in WebP oder PNG in WebP. WebP wird von allen aktuellen Browsern angezeigt; mehr dazu im Bildformat-Vergleich. Ob die Bilder wirklich als WebP beim Besucher ankommen, siehst du in den Entwicklertools des Browsers im Reiter „Netzwerk“.
Lazy Loading ist seit WordPress 5.5 eingebaut: Bilder bekommen automatisch loading="lazy". Neuere Versionen lassen das erste große Bild bewusst aus, damit es schneller erscheint. Warum das für den LCP-Wert wichtig ist, erklärt Bildgröße für Websites.
Bilder vor dem Upload optimieren
Ohne Plugin ist die sauberste Methode, Bilder schon vor dem Hochladen fertig zu machen:
- Öffne Bilder für Website optimieren.
- Ziehe deine Fotos hinein – bis zu 50 auf einmal.
- Begrenze die längste Kante auf 1920 oder 2560 Pixel.
- Wähle als Ausgabe WebP (oder „Format behalten“ für JPG) und die Stufe „Ausgewogen“.
- Lade alles als ZIP herunter, entpacke es und lade die Bilder in die Mediathek hoch.
Nebenbei entfernt TinyThis GPS- und Kameradaten und rechnet Farbprofile nach sRGB um. WordPress erzeugt aus den optimierten Bildern anschließend auch kleinere Zwischengrößen. Bei Produktbildern lohnt ein einheitliches Seitenverhältnis, damit Raster und Vorschaubilder sauber wirken.
Der Haken: Das musst du bei jedem Upload selbst erledigen, und Bilder, die schon in der Mediathek liegen, bleiben unverändert.
Plugins zur Bildoptimierung: worauf achten?
Bildoptimierungs-Plugins übernehmen die Arbeit automatisch: Sie komprimieren beim Hochladen das Original und die Zwischengrößen, wandeln auf Wunsch in WebP um und optimieren vorhandene Bilder nachträglich. Es gibt sie in vielen Varianten, kostenlos und kostenpflichtig. Lokal arbeitende Plugins brauchen dafür die Rechenleistung deines Hosters, externe Dienste schicken die Bilder zur Verarbeitung an ihre Server. Bei der Auswahl helfen diese Fragen:
- Wo werden die Bilder verarbeitet? Lokal auf deinem Server oder bei einem externen Dienst – und in welchem Land?
- Bleiben Originale erhalten? Eine Sicherung erlaubt es, Optimierungen rückgängig zu machen.
- WebP-Auslieferung: Wird WebP nur erzeugt oder auch tatsächlich an den Browser ausgeliefert?
- Kontingente: Wie viele Bilder sind gratis enthalten, und zählen die Zwischengrößen mit?
- Bestehende Mediathek: Kann das Plugin vorhandene Bilder in einem Rutsch nachbearbeiten?
Wichtig: Nutze nur ein Optimierungs-Plugin gleichzeitig. Zwei Plugins, die dieselben Bilder bearbeiten, komprimieren doppelt oder kommen sich in die Quere.
Das TinyThis-Plugin für WordPress
Mit dem WordPress-Plugin „TinyThis – Bilder automatisch komprimieren“ laufen deine Uploads durch dieselbe Optimierung wie im Browser-Werkzeug – verarbeitet auf Servern in Deutschland.
- Verbindung mit einem Klick – kein API-Key zum Kopieren.
- Komprimierung beim Hochladen, ohne Extra-Schritt.
- Optional WebP-Umwandlung.
- Originale verkleinern auf eine maximale Kantenlänge.
- Massenoptimierung der vorhandenen Mediathek.
- Originale sichern und wiederherstellen, falls du zurück willst.
- Lade das Plugin auf der Seite WordPress-Plugin herunter.
- Installiere es in WordPress über „Plugins“ → „Neues Plugin hinzufügen“ → „Plugin hochladen“.
- Aktiviere das Plugin und verbinde es mit einem Klick mit deinem kostenlosen TinyThis-Konto.
- Lege fest, ob WebP erzeugt und auf welche Kantenlänge Originale verkleinert werden sollen.
- Starte bei Bedarf die Massenoptimierung für ältere Bilder.
Das kostenlose Konto enthält 100 automatische Optimierungen pro Tag, mehr gibt es auf Anfrage. Eigene Abläufe außerhalb von WordPress bindest du über die API an.
Typische Fehler bei Bildern in WordPress
- Riesige Handyfotos direkt hochgeladen: Zwar entsteht eine „-scaled“-Version, das Original belegt aber weiter Speicher und landet in jedem Backup.
- Volle Größe im Inhalt: Wählst du im Bild-Block „Vollständige Größe“, kann je nach Theme ein unnötig großes Bild geladen werden. Eine passende Zwischengröße reicht meist.
- Zu viele Bildgrößen: Themes und Plugins registrieren oft eigene Größen. Nicht benötigte Größen kosten Speicher und Rechenzeit bei jedem Upload.
- Nach einem Theme-Wechsel fehlen Größen: Neue Zwischengrößen entstehen nur für neue Uploads. Für vorhandene Bilder brauchst du ein Plugin, das die Vorschaubilder neu erzeugt.
- Alternativtext vergessen: Kein Thema für die Dateigröße, aber wichtig für Barrierefreiheit und die Bildersuche.
- Dateinamen wie IMG_4711.jpg: Ein sprechender Name wie „rotes-fahrrad-28-zoll.jpg“ hilft Suchmaschinen und dir selbst.