Ratgeber
Bilder unter Windows 11 verkleinern
Windows 11 bringt gleich mehrere Werkzeuge mit, um Fotos kleiner zu machen. Hier erfährst du, welche sich für einzelne Bilder eignen, welche für ganze Ordner – und was du tust, wenn ein Formular eine feste Grenze in KB verlangt.
Aktualisiert am 11. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit
Pixel verkleinern oder Datei komprimieren?
„Verkleinern“ kann zweierlei bedeuten: weniger Pixel (z. B. 1920 statt 4000 Pixel Breite) oder eine kleinere Datei in KB bei gleichen Pixeln. Die Windows-Werkzeuge ändern vor allem die Pixelmaße. Die Dateigröße sinkt dabei automatisch, lässt sich aber nicht gezielt einstellen.
Zur Orientierung: Für Bildschirm, E-Mail und Web reichen fast immer 1920 Pixel an der längsten Kante. In unserem Test schrumpfte ein 12-Megapixel-Foto durch Verkleinern auf 1920 Pixel und Komprimieren von 4,9 MB auf 571 KB.
| Zweck | Längste Kante (Richtwert) |
|---|---|
| E-Mail, Messenger | 1280–1920 Pixel |
| Inhaltsbild auf einer Website | 1200–1600 Pixel |
| Vollbild am Monitor | 1920–2560 Pixel |
| Profilbild | 400–1080 Pixel |
Egal, welches Werkzeug du nimmst: Speichere das Ergebnis immer als Kopie. Ein verkleinertes Foto lässt sich später nicht mehr verlustfrei vergrößern.
Methode 1: die Fotos-App
Die Fotos-App ist auf jedem Windows-11-PC vorhanden und eignet sich für einzelne Bilder. Die Menüs ändern sich mit Updates gelegentlich, das Prinzip bleibt gleich.
- Öffne das Bild per Doppelklick in der Fotos-App.
- Klicke oben auf „…“ (weitere Optionen) und wähle „Bildgröße ändern“.
- Wähle, ob du nach Prozent oder nach Pixeln verkleinern willst, und lass „Seitenverhältnis beibehalten“ aktiviert.
- Stelle bei Bedarf Qualität und Dateityp ein.
- Speichere das Bild unter einem neuen Namen, damit das Original erhalten bleibt.
Vorteil: schnell und ohne Installation. Nachteil: immer nur ein Bild, keine feste Zielgröße in KB. Für gelegentliche Einzelbilder ist das trotzdem oft der schnellste Weg.
Methode 2: Paint
- Klicke mit der rechten Maustaste auf das Bild und wähle „Öffnen mit“ → „Paint“.
- Klicke im Bereich „Bild“ auf „Größe ändern“ oder drücke Strg+W.
- Wähle „Pixel“, lass „Seitenverhältnis beibehalten“ aktiviert und trage die neue Breite ein.
- Speichere über „Datei“ → „Speichern unter“ → „JPEG-Bild“ unter neuem Namen.
Paint ist überall vorhanden und leicht zu bedienen. Die JPG-Qualität lässt sich aber nicht einstellen, und es geht nur Bild für Bild. Bilder mit Transparenz verlieren beim Speichern als JPG ihren durchsichtigen Hintergrund.
Methode 3: PowerToys Image Resizer für viele Bilder
Die kostenlosen PowerToys von Microsoft enthalten den Image Resizer. Er verkleinert beliebig viele Bilder direkt aus dem Explorer heraus.
- Installiere PowerToys aus dem Microsoft Store oder per winget (winget install Microsoft.PowerToys).
- Prüfe in den PowerToys-Einstellungen, dass „Image Resizer“ eingeschaltet ist.
- Markiere im Explorer die Bilder, klicke mit der rechten Maustaste und wähle den Eintrag des Image Resizers. Je nach Einstellung steht er unter „Weitere Optionen anzeigen“.
- Wähle eine der Voreinstellungen oder trage eigene Maße ein.
- Lass die Option zum Ersetzen der Originale ausgeschaltet – dann legt der Image Resizer verkleinerte Kopien an.
In den Einstellungen des Image Resizers legst du außerdem die JPG-Qualität fest und kannst eigene Voreinstellungen anlegen. Die Kopien bekommen standardmäßig einen Zusatz im Dateinamen, das Format kannst du dort ebenfalls anpassen. Für ganze Ordner ist das die bequemste Windows-Lösung. Eine Zielgröße in KB kennt aber auch PowerToys nicht.
Methode 4: TinyThis im Browser
Wird eine feste Dateigröße verlangt – etwa „maximal 500 KB“ im Bewerbungsportal – oder willst du zusätzlich in WebP umwandeln, ist ein Online-Werkzeug mit Zielgröße der direkte Weg.
- Öffne Bild auf KB verkleinern in Edge, Chrome oder Firefox.
- Ziehe die Bilder aus dem Explorer in das Upload-Feld oder füge einen Screenshot mit Strg+V ein.
- Wähle die Zielgröße, z. B. 200 KB, 500 KB oder einen eigenen Wert.
- Prüfe die Ergebnisse im Vorher/Nachher-Vergleich.
- Lade die Bilder einzeln oder alle als ZIP herunter.
TinyThis sucht für jedes Bild die höchste Qualität, die unter die Grenze passt, und verkleinert notfalls die Pixelmaße. Metadaten wie GPS-Daten werden dabei entfernt. Die Bilder werden auf einem Server in Deutschland verarbeitet und nach 15 Minuten gelöscht. Ein Konto brauchst du nicht, und auf dem Werkzeug gibt es keine Werbung.
Praktisch unter Windows: Screenshots aus dem Snipping Tool (Windows-Taste+Umschalt+S) landen in der Zwischenablage und lassen sich mit Strg+V direkt einfügen, ohne sie vorher zu speichern.
Häufige Fehler beim Verkleinern
- Original überschrieben: Viele Programme speichern auf Wunsch direkt über die Ausgangsdatei. Arbeite immer mit Kopien.
- Mehrfach als JPG gespeichert: Jedes Speichern kostet etwas Qualität. Verkleinere immer vom Original aus, nicht von einer bereits verkleinerten Kopie.
- Screenshots als JPG: Schrift bekommt dabei unscharfe Ränder. Für Screenshots sind PNG oder WebP besser, etwa mit Screenshot komprimieren.
- Seitenverhältnis verzerrt: Wer Breite und Höhe unabhängig voneinander ändert, staucht das Bild. Lass „Seitenverhältnis beibehalten“ aktiviert.
- Transparenz verloren: Logos mit durchsichtigem Hintergrund bekommen als JPG eine Fläche. Speichere sie als PNG oder WebP.
- Hochformat-Foto liegt quer: Manche Programme beachten die Drehangabe aus den EXIF-Daten nicht. Prüfe das Ergebnis vor dem Versenden.
Und ein Hinweis zum Datenschutz: Je nach Werkzeug und Einstellung bleiben Metadaten wie der Aufnahmeort in der verkleinerten Kopie erhalten. Wie du sie zuverlässig entfernst, erklärt der Ratgeber EXIF-Daten entfernen.
Vergleich: welches Werkzeug wann?
| Werkzeug | Mehrere Bilder | Qualität einstellbar | Zielgröße in KB | Installation nötig |
|---|---|---|---|---|
| Fotos-App | nein | ja | nein | nein |
| Paint | nein | nein | nein | nein |
| PowerToys Image Resizer | ja | ja, in den Einstellungen | nein | ja |
| TinyThis | bis zu 50 | vier Stufen | ja | nein, läuft im Browser |
Für ein schnelles Einzelbild reicht die Fotos-App. Wer regelmäßig Ordner verkleinert, ist mit PowerToys gut bedient. Sobald eine feste KB-Grenze, ein anderes Format oder das Entfernen von Metadaten zählt, ist TinyThis die einfachere Wahl. Die Wege lassen sich auch kombinieren: erst mit PowerToys einen ganzen Ordner auf 1920 Pixel bringen und einzelne Bilder danach auf eine feste KB-Grenze.
Typische Vorgaben deckst du direkt mit Bild auf 100 KB verkleinern oder Bild auf 1 MB verkleinern ab. Für Mail-Anhänge gibt es Bilder für E-Mail verkleinern.